„Avatar 4“: James Cameron zweifelt jetzt an der Zukunft seiner Sci-Fi-Reihe
Wie geht es mit dem „Avatar“-Universum weiter? James Cameron stellte jetzt erneut seine Rolle in Frage.

Wie geht es mit dem „Avatar“-Universum weiter? James Cameron stellte jetzt erneut seine Rolle in Frage.
Im Jahr 2009 setzte James Cameron mit „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ neue Maßstäbe für moderne Blockbuster, als der Film zum erfolgreichsten Kinofilm aller Zeiten wurde – ein Titel, den er mit einem weltweiten Einspielergebnis von fast 2,9 Milliarden US-Dollar bis heute hält.
Dreizehn Jahre später baute „Avatar: The Way of Water“ auf diesem Erfolg auf, erhielt viel Lob und bewies, dass die Welt von Pandora das Potenzial für eine ganze Saga hat, anstatt nur für einen einzelnen Blockbuster. Der Film spielte beeindruckende 2,3 Milliarden US-Dollar an den Kinokassen dieser Welt ein.
Mit diesem Schwung ging Cameron in die Produktion von „Avatar: Fire and Ash“, dem dritten Teil seiner geplanten fünfteiligen Filmreihe. Dieser dritte Film stieß jedoch auf die bislang gespaltensten Kritiken der Reihe, da sowohl Kritiker*innen als auch langjährige Fans bemängelten, dass die Handlung stark auf bereits bekannten Elementen des Vorgängers aufbaue. Auch die Einnahmen blieben mit 1,4 Milliarden US-Dollar deutlich hinter den beiden Vorgängern zurück. Dies hat die Zukunft von „Avatar 4“ und „Avatar 5“ in eine weitaus unsicherere Lage gebracht, als viele Fans erwartet hatten.
Jetzt ist es ausgerechnet James Cameron selbst, der seine Rolle in der Reihe zur Debatte stellt. Während eines Interviews, das er anlässlich seiner Auszeichnung mit dem Governor General’s Performing Arts Award 2026 führte, sagte Cameron (via ComicBook):
Zitat:
„Es gibt seit 21 Jahren eine Dynamik im Avatar-Universum, weil wir 2005 damit begonnen haben. Es war eine Art ununterbrochene Kontinuität. Jetzt bin ich an einem Punkt, an dem ich die Landschaft betrachte und mich frage: ‚Welche anderen Geschichten möchte ich erzählen? Wie viele davon muss ich selbst inszenieren und wie viele kann ich schreiben und/oder mit anderen Filmemachenden produzieren?‘“
Während Cameron zuvor bereits angedeutet hatte, dass er möglicherweise nicht alle zukünftigen Teile der Avatar-Saga selbst inszenieren würde, deutet dieses Interview darauf hin, dass er aktiv über andere Projekte nachdenkt – was seine Beteiligung an „Avatar 4“ und „Avatar 5“ in Frage stellen könnte.
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Kann die „Avatar“-Reihe auch ohne James Cameron funktionieren?
Camerons Einfluss auf die Avatar-Reihe ist außergewöhnlich, denn er prägt jeden Aspekt der Filme in einer Weise, die bei Produktionen dieser Größenordnung selten ist. So entwickelte er beispielsweise persönlich die Unterwasser-Performance-Capture-Systeme, die in „Avatar: The Way of Water“ und „Avatar: Fire and Ash“ zum Einsatz kamen, und verbrachte Jahre damit, neue Kameratechniken und Motion-Capture-Technologien zu testen, um Probleme zu lösen, die zuvor keine andere Produktion bewältigen musste.
Dieser praktische Ansatz erstreckte sich auch auf die Besetzung, die Überwachung der visuellen Effekte und den Schnitt, bei dem Cameron traditionell die endgültige Kontrolle über jede Entscheidung behielt, die den fertigen Film prägte. Sollte Cameron sich aus der Regie zurückziehen, aber als Drehbuchautor und/oder Produzent an „Avatar 4“ und „Avatar 5“ beteiligt bleiben, könnte er die allgemeine Richtung der Filme weiterhin aus der Distanz lenken. Allerdings hängt die technische und kreative Präzision, die die ersten drei Filme visuell so einzigartig machte, stark davon ab, dass Cameron bereit ist, seine Vision mit äußerster Genauigkeit umzusetzen – etwas, das jemand anderes möglicherweise nicht in gleichem Maße leisten könnte.
Ein Wechsel im Regiestuhl würde zudem die Frage aufwerfen, ob die Marke „Avatar“ allein durch ihre Welt und Mythologie bestehen kann. Nur wenige moderne Filmreihen dieser Größenordnung sind so stark um einen einzigen Filmemacher aufgebaut und die Fortsetzung dieses Erfolgs ohne Cameron birgt ein erhebliches Risiko für Disney und 20th Century Studios.
Gleichzeitig hat James Cameron das moderne Blockbuster-Kino geprägt wie kaum eine andere Person. Entsprechend wäre es äußerst interessant, zu sehen, welche Projekte er mit Blick auf sein wohl nahendes Karriereende abseits von „Avatar“ angehen würde. Sollte Cameron entscheiden, dass er seine verbleibenden Jahre lieber der Entwicklung neuer Geschichten widmen möchte, anstatt ein weiteres Jahrzehnt Pandora zu widmen, wäre diese Entscheidung nachvollziehbar.

