Dieser Zombiefilm wurde mit nur 45 Pfund Budget gedreht – und hat sich zur wahren Horror-Sensation entwickelt
Ein Zombie-Film aus Großbritannien sorgt bis heute für Staunen: „Colin“ wurde mit einem Budget gedreht, das fast einem Kinoticket entspricht. Und schaffte es dennoch bis nach Cannes.

Ein Zombie-Film aus Großbritannien sorgt bis heute für Staunen: „Colin“ wurde mit einem Budget gedreht, das fast einem Kinoticket entspricht. Und schaffte es dennoch bis nach Cannes.
Es klingt wie eine urbane Legende der Horrorfilm-Geschichte, entspricht jedoch der Wahrheit: Der britische Zombie-Film „Colin“ aus dem Jahr 2008 soll insgesamt nur 45 britische Pfund gekostet haben.
Geschrieben und inszeniert wurde er von Marc Price, der der auch eine der zentralen Rollen übernahm. Trotz oder gerade wegen dieser extremen Einschränkungen entwickelte sich der Film zu einem viel beachteten Festivalerfolg.
Gedreht mit Bordmitteln und viel Einfallsreichtum
Marc Price setzte bei „Colin“ konsequent auf das, was bereits vorhanden war. Gefilmt wurde mit einer alten Standard-Definition-Kamera vom Typ Panasonic Mini DV, die er seit rund zehn Jahren besaß. Den Schnitt erledigte er auf seinem heimischen Computer mit einer älteren Version von Adobe Premiere, die ursprünglich bei einer Videokarte dabei gewesen war. Ein professionelles Studio, teure Technik oder ein klassisches Filmteam gab es nicht.
Auch bei der Besetzung ging Price unkonventionelle Wege. Über soziale Netzwerke wie Facebook und Myspace suchte er Freiwillige, die bereit waren, als Zombies aufzutreten. Auf diese Weise kamen zahlreiche Statist*innen zusammen, ohne dass dafür Gagen anfielen. Gedreht wurde über einen Zeitraum von etwa 18 Monaten, parallel zu Prices Job bei einem Taxiunternehmen.
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Ein Zombie-Film aus ungewohnter Perspektive
Inhaltlich unterscheidet sich „Colin“ deutlich von klassischen Vertretern des Genres. Die Geschichte wird weitgehend aus der Sicht des Zombies selbst erzählt. Im Mittelpunkt steht Colin, der zu Beginn verletzt nach Hause kommt und dort von seinem Mitbewohner attackiert wird, der bereits zum Untoten geworden ist. Kurz darauf stirbt Colin selbst und wandelt fortan als Zombie durch ein London, das zunehmend im Chaos einer Apokalypse versinkt.
Der Film begleitet ihn durch Begegnungen mit Überlebenden, brutale Gewaltausbrüche und zutiefst persönliche Tragödien. Darunter ein Wiedersehen mit seiner Schwester, das in einer besonders düsteren Eskalation endet. Immer wieder zeigt „Colin“ die Ereignisse nicht aus der Perspektive der kämpfenden Menschen, sondern aus der eines Wesens, das kaum noch versteht, was um es herum geschieht.
Festival-Erfolg trotz Mini-Budget
Nach mehreren Vorführungen auf kleineren Festivals gelang „Colin“ im Jahr 2009 ein besonderer Coup: Der Film wurde in Cannes gezeigt und sorgte dort für großes Interesse. Vor allem das Missverhältnis zwischen Produktionskosten und internationaler Aufmerksamkeit machte ihn zu einem Gesprächsthema. Berichte über das extrem niedrige Budget trugen zusätzlich zur Bekanntheit bei.
Auch internationale Verleiher wurden aufmerksam, darunter Interessenten aus Japan und den Vereinigten Staaten. „Colin“ wurde damit zu einem Beispiel dafür, wie weit man mit einer starken Idee, Durchhaltevermögen und kreativen Lösungen kommen kann – selbst im oft kostenintensiven Horror-Genre. Den Film findet ihr dabei bei Prime Video zum Kaufen und Leihen.

