„Ich war vielleicht naiv“: Größter Streit um Fantasy-Epos „Die Odyssee“ ruft jetzt Christopher Nolan auf den Plan

Die „Odyssee“-Trailer sorgten nicht nur für Jubel im Internet, sondern auch für Kritik. Jetzt äußert sich der Filmemacher zu der Kontroverse.

Jul 8, 2026 - 12:52
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„Ich war vielleicht naiv“: Größter Streit um Fantasy-Epos „Die Odyssee“ ruft jetzt Christopher Nolan auf den Plan
(Bildquelle: IMAGO / Landmark Media / Universal Pictures)

Die „Odyssee“-Trailer sorgten nicht nur für Jubel im Internet, sondern auch für Kritik. Jetzt äußert sich der Filmemacher zu der Kontroverse.

Mit Spannung wird Christopher Nolans neuer Film „Die Odyssee“ erwartet. Der Regisseur wagt sich damit in seiner Filmographie an ein Novum, denn nicht nur adaptiert er eine Fantasy-Geschichte, ihre Vorlage hat auch ein beachtliches Alter vorzuweisen: Homers gleichnamiges altgriechisches Epos stammt aus dem 8. oder 7. Jahrhundert vor Christus.

Für Diskussionen sorgte jedoch schon vor dem Kinostart eine kreative Entscheidung: In den Original-Trailern war zu hören, dass die Figuren modernes Englisch sprechen – überwiegend mit amerikanischem Akzent. Das löste in sozialen Medien eine Debatte darüber aus, wie zeitgemäß eine Verfilmung des antiken Stoffes sein sollte. Vor allem die Verwendung des Wortes „dad“ löste eine Kontroverse aus.

Im Gespräch mit der Los Angeles Times (via Variety) erklärte Nolan, weshalb er sich als Drehbuchautor bewusst gegen eine an Homer angelehnte Sprache entschied. Sein Ziel sei es gewesen, „eine Sprache zu verwenden, die für die Menschen eine emotionale und keine intellektuelle Bedeutung hat“. Deshalb sprechen die Figuren in seiner Verfilmung zeitgenössisches Englisch.

Rückblickend sagte der Regisseur über diese Entscheidung:

Zitat:
„Vielleicht war ich naiv, vielleicht fällt mir das noch auf die Füße, aber ich wollte eine bodenständige Erzählung. Für mich war das eine völlig naheliegende Entscheidung.“

Einen Blick hinter die Kulissen von „Die Odyssee“ erlaubt euch das folgende Video:

» Video ansehen: Die Odyssee - Exklusives Featurette

Nolan verteidigt „Die Odyssee“ seit Wochen gegen Kritik

Auch bei der Besetzung setzte Nolan bewusst auf bekannte Namen, wie er verriet. Zum Ensemble gehören unter anderem Matt Damon, Anne Hathaway, Tom Holland, Zendaya, Charlize Theron, Robert Pattinson, Lupita Nyong'o und Jon Bernthal.

Diesbezüglich erklärte der Regisseur, die Figuren seien „mythologische Gestalten, in gewisser Weise ikonisch“. Deshalb habe er „die bestmögliche Gruppe von Schauspielenden“ verpflichten wollen. Die vertrauten Gesichter sollten dem heutigen Publikum den Zugang zur Geschichte erleichtern.

Vor dem Kinostart löste „Die Odyssee“ noch weitere Diskussionen im Internet aus. Kritisiert wurde unter anderem das Design der Rüstungen, das einige an Batmans moderneren Anzug erinnerte.

Gegenüber dem Time Magazine verteidigte Nolan die Gestaltung schon vor einigen Wochen und verwies auf historische Vorbilder. Über die Ausstattung von Agamemnon sagte er:

Zitat:
„Es gibt mykenische Dolche aus geschwärzter Bronze. Die Theorie lautet, dass man Bronze damals wahrscheinlich schwärzen konnte. Man nimmt Bronze, fügt mehr Gold und Silber hinzu und verwendet dann Schwefel... Bei Agamemnon versucht Ellen [Mirojnick], unsere Kostümbildnerin, zu vermitteln, wie sehr er sich von allen anderen abhebt. Das erreicht man durch Materialien, die sehr kostbar wären.“

Auch die Besetzung des Rappers Travis Scott als Barde überraschte viele Zuschauende nach einem frühen Trailer. Nolan erklärte seine Entscheidung mit den Worten:

Zitat:
„Ich habe ihn besetzt, weil ich auf die Idee anspielen wollte, dass diese Geschichte als mündlich überlieferte Dichtung weitergegeben wurde, was mit Rap vergleichbar ist.“

Ob all diese Debatten im Vorfeld dem Film letztlich schaden, darf bezweifelt werden. Schlauer sind wir bald: „Die Odyssee“ startet am 16. Juli in den deutschen Kinos.