54 Jahre nach „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“: So sieht Pierre Richard heute aus
Pierre Richard ist noch nicht in Rente gegangen.

Pierre Richard Maurice Charles Léopold Defays, besser bekannt unter seinen weniger hochtrabend klingenden beiden Vornamen, war schon länger im Geschäft, als er sich 1972 ein unterschiedliches Paar Schuhe überstreifte und zur Geige griff. Die herrlich französische Agentenfilmpersiflage „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ wurde ein internationaler Kinohit, der Rest ist europäische Filmgeschichte. Wir zeigen euch nach einem kurzen Karriererückblick, wie der auch in Deutschland beliebte Komödiant heute aussieht.
Zerstreuter Durchbruch vor und hinter der Kamera

Der 1934 in Valenciennes in Nordfrankreich geborene Pierre Richard absolvierte eine klassische Schauspielausbildung, stand auf unterschiedlichen Bühnen und begann in der zweiten Hälfte der 1960er-Jahre seine Karriere vor der Kamera. 1970 spielte er unter eigener Regie die Hauptrolle in der Komödie „Der Zerstreute“, eine Satire auf die damalige Werbebranche und schaffte damit in Frankreich den Durchbruch.
Größter Erfolg im zweiten Anlauf

Mit der freizügigen Agentenfilmparodie „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ konnte Pierre Richard 1972 in Frankreich zunächst keinen großen Kinohit landen. Erst als der deutsche Synchro-Papst Rainer Brandt den Film für den deutschen Markt mit seinem Schnodder-Deutsch für den hiesigen Markt neu vertonte, avancierte die Komödie zu einem Kinohit in Deutschland und dann auch in vielen weiteren europäischen Ländern.
Weitere Kinohits an der Seite von Gerard Depardieu

Nach einer Reihe von Fortsetzungen und ähnlich gelagerten Komödien wie „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ drehte Pierre Richard in den 1980er-Jahren die Kinohits „Der Hornochse und sein Zugpferd“, „Zwei irre Spaßvögel“ und „Die Flüchtigen“, die das Genre der Buddy-Komödie vorwegnahmen und später in Hollywood neu verfilmt wurden. Sie alle wurden von Francis Veber inszeniert, der zuvor das Drehbuch zu „Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh“ verfasste.
Neue Wege in den 1990er-Jahren

In den 1990er-Jahren erweiterte Pierre Richard sein Rollenspektrum und spielte unter anderem in der georgischen Tragikomödie „1001 Rezepte eines verliebten Kochs“ die Hauptrolle eines französischen Kochs, der sich Anfang des 20. Jahrhundert in eine Prinzessin verliebt und in Tiflis ein Restaurant eröffnet, bevor ihn die Rote Armee im Zuge des Russischen Bürgerkriegs in seinem eigenen Lokal verhungern lässt. Das auf wahren Ereignissen basierende Drama wurde 1997 für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.
„Monsieur Pierre geht online“

Nach zahlreichen weiteren Filmen aus unterschiedlichen Genres spielte Pierre Richard 2017 die Hauptrolle in der Komödie „Monsieur Pierre geht online“, einer Art „Cyrano de Bergerac“-Variante, die so erfolgreich war, dass sie in Deutschland als Theaterstück mit dem ehemaligen „Forsthaus Falkenau“-Star Christian Wolf adaptiert wurde.
So sieht Pierre Richard heute aus

Pierre Richard feierte am 16. August 2025 seinen 91. Geburtstag und ist immer noch im Geschäft. 2023 war er beispielsweise neben Johnny Depp im französischen Historiendrama „Jeanne du Barry“ zu sehen.
Pierre Richard macht es wie Clint Eastwood

Mit „L'homme qui a vu l'ours qui a vu l'homme“ zu deutsch etwa „Der Mann, der den Bären sah, der den Mann sah“ kehrte Pierre Richard 2025 auf den Regiestuhl zurück und übernahm zugleich eine Hauptrolle. Damit war der Franzose während des Drehs im gleichen Alter wie 2021 Clint Eastwood, als dieser ebenfalls Regie und Hauptrolle im Roadmovie „Cry Macho“ übernahm.
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