Clint Eastwood sollte in der größten Actionreihe aller Zeiten mitspielen – doch darum wurde nichts daraus

Clint Eastwood wurde einst die ikonische 007-Rolle angeboten. Doch aus diesem Grund sahen wir die Western-Legende nie als James Bond.

Mai 21, 2026 - 08:18
 0  0
Clint Eastwood sollte in der größten Actionreihe aller Zeiten mitspielen – doch darum wurde nichts daraus
(Bildquelle: IMAGO / Allstar / Warner)

Clint Eastwood wurde einst die ikonische 007-Rolle angeboten. Doch aus diesem Grund sahen wir die Western-Legende nie als James Bond.

Sean Connery galt lange als unersetzlich. Als er sich nach „Man lebt nur zweimal“ aus dem Jahr 1967 erstmals von der Rolle des James Bond verabschiedete, standen die Produzenten Albert R. Broccoli und Harry Saltzman vor einer heiklen Frage: Wer konnte diese ikonische Figur übernehmen, ohne ständig mit seinem Vorgänger verglichen zu werden? Eine ihrer Antworten lautete laut einem Beitrag der Los Angeles Times offenbar Clint Eastwood.

Dass der US-Star überhaupt auf dem Zettel der Bond-Produzenten landete, hing auch mit persönlichen Verbindungen zusammen. Eastwood teilte sich einen Anwalt mit Broccoli. Genau dieser brachte das Angebot an ihn heran. Doch so verlockend die Aussicht auf „ziemlich gutes Geld“ auch gewesen sein mag, Eastwood lehnte ab. Der Grund war erstaunlich schlicht – und zeugte von großem Respekt vor Connery.

Der Grund für das Nein

In dem Interview mit der Los Angeles Times aus dem Jahr 2010 erklärte Eastwood rückblickend:

Zitat:
„Das war, nachdem Sean Connery aufgehört hatte. Mein Anwalt, der auch die Broccolis vertrat, kam zu mir und sagte: ‚Sie würden dich liebend gern haben.‘ Aber für mich war das der Job von jemand anderem. Das ist Seans Sache. Es fühlte sich für mich nicht richtig an, das zu machen.“

Unklar bleibt bis heute, wann genau Broccoli auf Eastwood zukam. Direkt nach „Man lebt nur zweimal“ hätte der Schauspieler noch am Anfang seiner internationalen Kinokarriere gestanden. Zwar hatte er mit Sergio Leones „Dollar“-Trilogie in Europa Erfolge gefeiert, in den Vereinigten Staaten war er jedoch noch kein sicherer Kassengaranten-Name. Erst Filme wie „Hängt ihn höher“ aus dem Jahr 1968 und später „Dirty Harry“ machten ihn zu einem der größten Stars seiner Zeit.

Daher wirkt ein späterer Zeitpunkt plausibler. Nach „Diamantenfieber“ aus dem Jahr 1971, Connerys kurzzeitigem Comeback als Bond, verabschiedete sich der Schotte endgültig aus der Reihe. Zu diesem Zeitpunkt war Eastwood auf dem Höhepunkt seiner Popularität. Dass die Produzent*innen sich damals erneut um ihn bemühten, erscheint zumindest naheliegend, bleibt aber Spekulation.

Fest steht: Eastwood war in diesen Jahren ständig mit großen Rollen konfrontiert – und lehnte mehrere davon ab. So verzichtete er nicht nur auf James Bond, sondern auch auf das Titelhelden-Angebot in Richard Donners „Superman“ sowie auf eine Rolle in „Apocalypse Now“.

Ein amerikanischer Mythos passt nicht zu 007

Unabhängig vom Zeitpunkt stellt sich eine grundsätzliche Frage: Hätte Clint Eastwood überhaupt als James Bond funktioniert? Vieles spricht dagegen. Eastwood verkörperte wie kaum ein anderer den archetypischen amerikanischen Helden. Ob als wortkarger Revolvermann oder als kompromissloser Cop – sein Image war tief in der US-Popkultur verankert.

Diese Einschätzung teilte später auch Eastwood selbst. Laut einem Artikel der Express aus dem Jahr 2021 sagte er:

Zitat:
„Ich dachte, James Bond sollte britisch sein. Ich bin zwar britischer Abstammung, aber trotzdem fand ich, dass die Rolle kulturell dort verankert sein sollte. Außerdem war es nicht mein Ding.“

Dass Bond letztlich mit George Lazenby, Roger Moore und später weiteren britischen Darstellern besetzt wurde, bestätigte dieses Bauchgefühl. Die Figur blieb fest mit ihrer Herkunft verbunden – ein zentraler Bestandteil ihres Mythos.

Die richtige Entscheidung zur richtigen Zeit

Rückblickend wirkt Clint Eastwoods Absage wie ein Gewinn für beide Seiten. Die Bond-Reihe konnte ihre britische Identität bewahren, während Eastwood seinen eigenen Weg als einer der prägendsten US-Filmstars des 20. Jahrhunderts fortsetzte. Die Vorstellung eines amerikanischen James Bond bleibt damit ein interessantes Gedankenspiel – mehr aber auch nicht.