DCs „Clayface“ ist der wichtigste Comicfilm des Jahres – und ich sage euch warum

Der DC-Horrorfilm „Clayface“ könnte einen neuen Trend lostreten.

Apr 21, 2026 - 16:35
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DCs „Clayface“ ist der wichtigste Comicfilm des Jahres – und ich sage euch warum
(Bildquelle: Warner Bros. / DC)

Der DC-Horrorfilm „Clayface“ könnte einen neuen Trend lostreten.

Dieser Kommentar bildet die Meinung des Autoren, nicht unbedingt die der gesamten kino.de-Redaktion ab.

Dieses Jahr erscheinen einige große Comic-Blockbuster. Darunter „Supergirl“, „Spider-Man: Brand New Day“ und natürlich „Avengers: Doomsday“. Fast unscheinbar ist dagegen „Clayface“. Der Horrorfilm über den matschigen Batman-Bösewicht ist für Ende Oktober 2026 angesetzt und ist mein großer Hoffnungsträger. Denn „Clayface“ ist für die Zukunft der Comicfilme viel bedeutsamer, als die meisten Kinogänger derzeit ahnen.

„Clayface“ ist der Comic-Underdog des Jahres

Es fängt schon beim Genre an. „Clayface“ ist wie bereits erwähnt ein Horrorfilm. Ein Body-Horrorfilm, um genau zu sein. Damit ist „Clayface“ eine echte Randerscheinung, da die meisten Comicverfilmungen sich an die ganze Familie richten. Spider-Man, Supergirl und Avengers sind auch schon für die kleinsten Filmfans ein großer Spaß – und das meine ich ganz wertungsfrei. „Clayface“ ist also eine willkommene Abwechslung und aller Voraussicht nach auch eine ganz Ecke fieser als zum Beispiel „Deadpool“ oder „Joker“, die zwar auch ein R-Rating in den USA erhalten haben, aber natürlich keine Horrorfilme sind.

Dazu passt auch, dass das zuständige Team hinter „Clayface“ den geneigten Horrorfilmfan durchaus hellhörig werden lässt. Immerhin sitzt James Watkins auf dem Regiestuhl, der mit „Eden Lake“ einen berühmt-berüchtigten Terrorfilm inszeniert hat, der auch heute noch Wirkung zeigt. Das Drehbuch stammt indessen von Mike Flanagan – einer Koryphäe auf dem Gebiet. Flanagan hat unter anderem „Spuk in Hill House“ für Netflix erschaffen, eine der wohl besten Horrorserien aller Zeiten. Meine Erwartungen an „Clayface“ sind also hoch.

Weniger ist mehr: „Clayface“ hat Hit-Potenzial

Ein echtes Killerargument und der Hauptgrund für diesen Artikel ist aber das Produktionsbudget. Das wird nämlich auf schmale 40 Millionen US-Dollar geschätzt (Quelle: The Hollywood Reporter). Das ist für einen Horrorfilm zwar durchaus teuer, aber für eine Comicverfilmung geradezu billig. Immerhin kosten Marvel- und DC-Filme für gewöhnlich um die 200 Millionen US-Dollar. Das bedeutet aber auch, dass „Clayface“ schon ab einem Einspielergebnis von 100 Millionen US-Dollar profitabel wird. Gemessen daran hat der Horrorfilm also gute Chancen, ein riesiger Kassenhit zu werden – und das wiederum könnte ein wichtiges Signal für DC und Marvel sein, mehr solcher Projekte zu finanzieren.

Sowohl DC als auch Marvel haben nämlich zahlreiche düstere Comics im Repertoire, die aber in kein kinderfreundliches Filmuniversum passen. „Clayface“ ist ein gewagter Vorstoß und vielleicht die Initialzündung, damit auch diese harten Stoffe eine Chance bekommen, zukünftig verfilmt zu werden. Gleichzeitig regt es die Verantwortlichen vielleicht auch dazu an, wieder günstiger zu produzieren. Es steht außer Frage, dass Hollywood ein Problem mit völlig überzogenen Produktionsbudgets hat – insbesondere Comic-Verfilmungen sind in den letzten 20 Jahren exorbitant teurer geworden. So soll ein Eventfilm wie „Avengers: Doomsday“ um die 400 Millionen US-Dollar gekostet haben. Plus weitere 300 Millionen US-Dollar für das Marketing (Quelle: Yahoo).

Natürlich steckt in diesem Artikel auch eine gehörige Portion Wunschdenken. Dennoch: Wenn „Clayface“ im Oktober zum Box-Office-Hit avanciert und tolle Rezensionen erhält, könnte das der erste Stein für eine neue Welle an kleinen, aber düsteren Comic-Verfilmungen sein, die einen schönen Kontrast zum großen Popcorn-Blockbuster bilden. Spätestens mit dem ersten Trailer, der noch im April 2026 erwartet wird, werden wir sehen, wie „Clayface“ beim Publikum ankommt.