Wahre Geschichte schockierte damals alle: Einen der besten Filme aus 2024 jetzt bei Amazon streamen

Bei Prime Video findet ihr jetzt ein Film-Highlight aus dem vergangenen Jahr im Angebot, das mit einer wahrlich aufwühlenden Geschichte lockt.

Feb 26, 2025 - 17:02
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Wahre Geschichte schockierte damals alle: Einen der besten Filme aus 2024 jetzt bei Amazon streamen

Bei Prime Video findet ihr jetzt ein Film-Highlight aus dem vergangenen Jahr im Angebot, das mit einer wahrlich aufwühlenden Geschichte lockt.

Wenn ihr auf der Suche nach einem Titel für euren nächsten Filmabend seid, dann könnte Amazons Streamingdienst nun etwas für euch im Angebot haben, das allerdings keine leichte Kost ist. Denn am 24. Februar nahm Prime Video „May December“ ins Programm auf, der im vergangenen Jahr in den deutschen Kinos erschien.

„May December“ handelt von der Schauspielerin Elizabeth Berry (Natalie Portman), die sich auf eine neue Rolle vorbereitet: Sie soll Gracie Atherton-Yoo (Julianne Moore) spielen, die vor Jahrzehnten durch eine skandalöse Beziehung mit dem damals 13-jährigen Joe (Charles Melton) in die Schlagzeilen geriet.

Nun, viele Jahre später, sind Gracie und Joe verheiratet und haben eigene Kinder, doch Elizabeths Anwesenheit beginnt, die brüchige Fassade ihres Familienlebens zu entlarven. Während sie Gracies Verhalten und Eigenheiten genau studiert, treten unterdrückte Spannungen und verdrängte Konflikte ans Licht, die nicht nur die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart der Beteiligten auf den Prüfstand stellen.

„May December“ ist der jüngste Film von Regisseur Todd Haynes, der sich unter anderem mit „Carol“ einen Namen machte. Einen ersten Eindruck von seinem Werk liefert euch der folgende Trailer:

Darum solltet ihr „May December“ nicht verpassen

Der Titel bezieht sich auf eine im englischen Sprachraum gängige Bezeichnung für eine Beziehung mit einem hohen Altersunterschied. Der Mai steht für die junge Person, weil der Monat relativ am Anfang des Jahres liegt; der Dezember für die ältere Person.

Bei den Kritiker*innen sorgte „May December“ durchaus für Furore: Beeindruckende 91 % Zustimmung vergaben sie auf Rotten Tomatoes. Das Publikum fand an dem Werk angesichts der gerade einmal 68 % positiven Reaktionen weitaus weniger Gefallen.

Mich konnte der Film im letzten Jahr wahrlich überzeugen, weswegen er es auch in meine persönliche Top 10 schaffte. Vor allem die Darstellung von Charles Melton als Vergewaltigungsopfer, der sein Trauma jahrzehntelang unterdrückt hat und sich dieser Realität nun erstmals stellt, hallte bei mir noch lange nach.

Doch auch die auf unterschiedliche Arten manipulativen Darstellungen von Natalie Portman und Juliane Moore führten zu etlichen Szenen, die das ganze tragische Ausmaß ihrer egoistischen Charaktere greifbar machen. In vielen Momenten keine leichte Kost, aber meiner Meinung nach eine Sichtung wert!

Die wahre Geschichte hinter „May December“

Auch wenn der Film kein Biopic ist, wird doch deutlich, dass „May December“ besonders einen Skandal als Grundlage nutzte: den Fall von Mary Kay Letourneau (via Rolling Stone). Bei ihr handelte es sich gar um eine damals 34-Jahre alte Lehrerin, was ihrer sexuellen Beziehung zum seinerzeit zwölfjährigen Vili Fualaau eine zusätzliche diabolische Note gibt.

1997 wurde Letourneau zunächst wegen Vergewaltigung verurteilt, nach drei Monaten vorzeitig entlassen – und anschließend zu weiteren sieben Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem sie sich entgegen ihrer Auflagen nicht von Fualaau fernhielt.

2005, ein Jahr nach ihrer erneuten Entlassung aus dem Gefängnis, heiratete Letourneau ihren einstigen Schüler. Die beiden hatten zwei Töchter; die Geburt des zweiten Kindes sorgte für Schlagzeilen, da es im Gefängnis geboren wurde, als Letourneau ihre zweite Haftstrafe absaß.

Letourneau und Fualaau gaben im Laufe der Jahre etliche Interviews, in denen sie ihre Beziehung rechtfertigten. Ein bemerkenswertes Beispiel schaffte es sogar in den Film. 2018 versuchte die einstige Lehrerin im Gespräch mit dem Journalisten Matt Doran das Bild zu zeichnen, dass ihr einstiger Schüler der Erwachsene in der Beziehung war.

Fast schon wie ein Mantra fragt sie dabei Fualaau zigfach „Who was the boss?“, also quasi „Wer hatte die Hosen an?“, wobei Fualaau selbst einräumt, dass dies eine bizarre Situation sei. Das Gespräch offenbart, dass Letourneau die Realität ihrer ausbeuterischen Beziehung nicht wahrhaben wollte und genau solch ein Moment mit dem exakten Zitat findet sich auch in „May December“.

Die Beziehung zwischen Fualaau und seiner Vergewaltigerin endete 2019. Ein Jahr später starb Letourneau im Alter von 58 Jahren an Krebs.