Will er uns veräppeln? So will der „Road House“-Regisseur bei seinem neuen Thriller angeblich 230 Millionen US-Dollar gespart haben
Filmemacher Doug Liman hat nach eigenen Angaben eine 300 Millionen US-Dollar teure Produktion für gerade einmal 70 Millionen US-Dollar realisiert – mit Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Filmemacher Doug Liman hat nach eigenen Angaben eine 300 Millionen US-Dollar teure Produktion für gerade einmal 70 Millionen US-Dollar realisiert – mit Einsatz von künstlicher Intelligenz.
Zuletzt hat Regisseur Doug Liman, der einst mit seinem Wackelkamera-Einsatz in „Die Bourne Identität“ das Actiongenre dermaßen revolutioniert hat, dass selbst die „James Bond“-Reihe ihm nacheifern musste, mit „The Instigators“ einen konventionellen Thriller für Apple TV abgeliefert.
Konventionell dürften bei diesem Film mit Matt Damon und Casey Affleck auch das Budget im wahrscheinlich mittleren zweistelligen Millionenbereich sowie die Dreharbeiten mit echten Schauplätzen gewesen sein.
Das kann man von Limans nächstem Film, dem Verschwörungs-Thriller „Killing Satoshi“ nicht behaupten. Den drehte Liman in London komplett auf einer Soundstage, Gray Box genannt (The Wrap). Der Grund ist so einfach erklärt und in diesen Tagen ein kontroverses Thema in Hollywood und im Allgemeinen: Liman hat voll und ganz auf künstliche Intelligenz (KI) gesetzt.
Der 60-Jährige setzt hierbei auf minimale Ausstattung. Alles, von den Hintergründen über Beleuchtung bis hin zu Objekten, werde anschließend in der Post Production künstlich erzeugt und eingefügt, um die Illusion perfekt zu machen.
Da Limans Team auf KI setzt, konnten die Stars um Casey Affleck, Gal Gadot, Isla Fisher, Pete Davidson und Gary Beadle auf der minimal eingerichteten Klangbühne agieren, als würden sie in einem Bühnenstück mitwirken. So konnte der gesamte Film innerhalb von nur 20 Tagen abgedreht werden. Mehr noch, laut einem Produzenten erlaubte der KI-Einsatz, das Budget niedrig zu halten: Von angeblich 300 Millionen US-Dollar konnte das Team die tatsächlichen Kosten auf 70 Millionen US-Dollar drücken.
Erst kürzlich wurde bekannt, dass der 2025 verstorbene Val Kilmer für einen Western künstlich „wiederbelebt“ werden soll. Für einen Aufschrei sorgte auch diese KI-„Schauspielerin“:
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„Killing Satoshi“ hört sich für mich nicht nach einer 300-Millionen-US-Dollar-Produktion an
Bei „Killing Satoshi“ handelt es sich um einen Verschwörungs-Thriller um die wahre Identität hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto, dem Erfinder der Kryptowährung Bitcoin. Auf dessen Spur befindet sich ein Investigativ-Journalist, dem schon sehr bald gefährliche Kräfte nachstellen.
Genau das ist der Knackpunkt, hier kamen mir berechtigte Zweifel auf, was an dieser Budget-Aussage dran sein kann. Ein solcher Thriller kostet im besten Fall 120 Millionen US-Dollar, in der Regel werden diese Filme eher für 50 bis 80 Millionen US-Dollar produziert. „Killing Satoshi“ soll ursprünglich 300 Millionen US-Dollar gekostet haben, bis die Kosten durch KI-Einsatz auf 70 Millionen US-Dollar gesenkt werden konnten? Da kann doch irgendwas nicht stimmen.
Wesentlich kontroverser finde ich übrigens die Bestätigung, dass die Kosten auch dadurch niedrig gehalten werden konnten, weil Liman die Darbietungen seiner Stars von der KI „nachbessern“ lässt, so etwa Lippenbewegungen und Gesichtszüge. So sollen unnötige Aufnahmen verhindert werden. Aber zugleich stellt das einen direkten Eingriff in die Performance der Besetzung dar.

