„Genug mit Remakes“: Darum strafen Horror-Fans diese Kult-Neuverfilmung ab – noch bevor die Dreharbeiten begonnen haben

Zahlreiche Horrorklassiker wurden in den vergangenen Jahren neu aufgelegt. Dieses Remake reiht sich in diesen Trend ein – doch laut Fans sollte man den Film besser unangetastet lassen.

Apr 27, 2026 - 19:22
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„Genug mit Remakes“: Darum strafen Horror-Fans diese Kult-Neuverfilmung ab – noch bevor die Dreharbeiten begonnen haben
(Bildquelle: IMAGO / Everett Collection / Soma Film Produktion)

Zahlreiche Horrorklassiker wurden in den vergangenen Jahren neu aufgelegt. Dieses Remake reiht sich in diesen Trend ein – doch laut Fans sollte man den Film besser unangetastet lassen.

Einige Filme sind wohl einfach nicht replizierbar – und dazu gehört laut Horror-Fans Andrzej Żuławskis „Possession“ aus 1981.

Gedreht im eisigen, noch geteilten Berlin entfaltet „Possession“ ein Psychodrama, das sich schnell von einer Beziehungskrise in blanken Wahnsinn verwandelt. Im Mittelpunkt stehen Anna und ihr Mann Mark. Als Anna plötzlich die Scheidung will, beginnt Mark nachzuforschen und setzt sogar Detektive auf sie an. Dabei stößt er nicht nur auf mögliche Untreue, sondern auf etwas deutlich Unheimlicheres: eine düstere, kaum greifbare Kraft, die ihre Ehe zerfrisst.

Der Film hat sich längst Kultstatus gesichert, vor allem wegen seiner gnadenlosen, fast schon schmerzhaft intensiven Darstellung einer Beziehung, die komplett auseinanderbricht. Doch nicht nur vor der Kamera ging es an die Grenzen: Auch am Set soll die Situation extrem gewesen sein, insbesondere für Anna-Darstellerin Isabelle Adjani. Adjani empfand den Film als „psychologischen Porno“ und erklärte, dass Żuławski am Set manipulativ und missbräuchlich gewesen sei (via SlashFilm).

Ein Moment brennt sich dabei besonders ein: die berühmte U-Bahn-Szene, in der Anna eine Fehlgeburt durchlebt. Was dort passiert, wirkt weniger wie Schauspiel als wie ein völliger Kontrollverlust – eine rohe, körperliche Eskalation, die gleichzeitig verstört und fasziniert und sich kaum wieder aus dem Kopf löschen lässt.

Jetzt wagt sich „Smile“-Regisseur Parker Finn an ein Remake von „Possession“. In den Hauptrollen: Margaret Qualley („Once Upon a Time... in Hollywood“) als Anna und Callum Turner („Eternity“) als Mark, der im 1981 von „Jurassic Park“-Star Sam Neill gespielt wurde:

Zitat:
„Regisseur Parker Finn mit den Stars seines ‚Possession‘-Remakes, Margaret Qualley und Callum Turner.“

Schon 2024 machte Finn klar, wie viel ihm das Projekt bedeutet (via Screen Rant):

Zitat:
„Es ist noch früh, aber wir sind unglaublich begeistert von diesem völlig verrückten Film. ‚Possession‘ ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme und deshalb ist es mir besonders wichtig, das Original zu ehren und seiner vollkommen rasenden, manischen Intensität treu zu bleiben.“

Welche Horror-Highlights dieses Jahr noch für uns bereithält, erfahrt ihr hier im Video:

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Horror-Community sieht Isabelle Adjanis Performance als unerreichbar

Online sorgt das Remake bereits für hitzige Diskussionen. Viele Horror-Fans sind skeptisch und halten „Possession“ für kaum reproduzierbar – gerade wegen seiner einzigartigen Energie und der extremen Umstände bei der Entstehung. Besonders Adjanis Darbietung sollte schwer zu erreichen sein. Selbst jemand wie Margaret Qualley, die ihr Talent im Genre mit „The Substance“ längst bewiesen hat, müsse sich daran messen lassen.

Auf X (ehemals Twitter) kommentierten einige Fans etwa:

Zitat:
„Was manche an ‚Possession‘ nicht verstehen, ist, dass der Film so einzigartig ist, dass er sich kaum neu verfilmen lässt, ohne eine ähnlich traumatische Erfahrung zu durchlaufen wie Żuławski selbst. Er, Isabelle Adjani und Sam Neill seien dabei sprichwörtlich durch die Hölle gegangen und hätten ihre mentale Stabilität aufs Spiel gesetzt, um das Zerbrechen einer dysfunktionalen Ehe auszuloten – etwas, das im Nachhinein bei allen Beteiligten ein Gefühl von Missbrauch hinterlassen habe. So einen Film würde heute vermutlich gar nicht mehr entstehen dürfen und genau das mache ihn so zeitlos und auf eine Weise verstörend, die die meisten Horrorfilme nie erreichen.“

Zitat:
„Ich finde nicht, dass die Rolle, die Adjani als eine der größten Schauspielerinnen der Filmgeschichte verewigt hat, unter irgendeinen Umständen Gegenstand eines Remakes sein sollte – denn es ist unmöglich, dass jemand auch nur die Hälfte von dem erreicht, was sie geleistet hat, oder auch nur annähernd daran herankommt. Genug mit Remakes.“

Zitat:
„Isabelle Adjani in ‚Possession‘ und Isabelle Huppert in ‚Die Klavierspielerin‘ sind genau diese Rollen, die sich niemals neu erschaffen lassen. Niemals. So etwas passiert nur einmal im Leben.“

Wie das Ganze am Ende aussieht, bleibt abzuwarten. Einen Starttermin für Finns „Possession“-Remake gibt es aktuell nicht. Wenn ihr euch das Original aus 1981 ansehen möchtet, könnt ihr es beispielsweise bei Prime Video für 4,99 Euro leihen.